Provisionsteilung: Das neue Maklergesetz.

Aktualisiert: Mai 18


Das ändert sich 2020 für Immobilienmakler


Das neue Maklergesetz „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ regelt die Verteilung der Maklerprovision zwischen Käufer und Verkäufer. Diese Vorschriften werden im BGB geregelt. Sie wurden am 23. Juni 2020 verkündet und sind sechs Monate später, am 23. Dezember 2020, in Kraft getreten. Das Gesetz besagt, dass künftig nicht mehr der Immobilienkäufer allein die Verkaufsprovision trägt. Ziel ist es, Käufer zukünftig von den Baunebenkosten zu entlasten. Das Gesetz der Provisionsteilung gilt ausschließlich für Wohnimmobilien und nur dann, wenn der Käufer als Verbraucher handelt. Unternehmen und Investoren werden dabei nicht privilegiert. Für Gewerbeimmobilien und unbebaute Grundstücke können weiterhin andere Vereinbarungen getroffen werden. Bei der Vermietung von Wohnimmobilien gilt auch weiterhin das seit 2015 geltende Bestellerprinzip. Desweiteren bedarf ein Maklervetrag, laut der neuen Regelungen, der Textform. Dies bedeutet, dass mündliche Absprachen nicht mehr möglich sind.



Bei den neuen Regelungen gibt es nun folgende Möglichkeiten:


Fall 1: Doppeltätigkeit (§656c BGB)


Die neue Regelung sieht vor, dass der Auftraggeber eine Provisionsbeteiligung von 50% der Gesamtsumme übernimmt. Sprich: die Ansprüche müssen zu gleichen Teilen geltend gemacht werden. Es ist nicht mehr möglich, die gesamte Provision auf den Käufer zu übertragen. Praktisch sieht das ganze folgendermaßen aus: Beauftragt der Verkäufer einen Makler, schließt er mit diesem einen Vertrag. Ebenfalls schließt der Makler auch mit potenziellen Käufern einen Vertrag ab, in welchem vereinbart wird, dass bei einem erfolgreichen Verkauf, der Käufer provisionspflichtig gegenüber dem Makler wird. Die Vergütung muss von beiden Parteien zu gleichen Teilen getragen werden. Desweiteren wirken sich Verhandlungen der Provisionshöhe dementsprechend auf Käufer und Verkäufer aus. Vereinbart der Makler mit dem Auftraggeber einen unentgeltlichen Vertrag, so darf er auch von der anderen Partei keine Provision verlangen.



Fall 2: Abwälzungsvereinbarung (§656d BGB)


Beauftragt der Verkäufer einen Makler, schließt er mit diesem einen Vertrag, in welchem er die volle Maklerprovision trägt. In einem späteren Kaufvertrag wird allerdings der Käufer dazu verpflichtet, einen Teil der Provision zu übernehmen. Die sogenannte Übernahmevereinbarung, in welcher der Verkäufer mindestens die Hälfte der Provisionskosten tragen muss. Der Käufer wird erst provisionspflichtig, wenn der Auftraggeber seiner Zahlungspflicht nachgekommen ist. Dies muss beispielsweise durch Kontoauszüge oder andere Belege nachgewiesen werden.



Fall 3: Verkäufer/Käufer ist alleiniger Auftraggeber


Ist der Verkäufer bzw. der Käufer alleiniger Auftraggeber, übernimmt dieser auch den gesamten Teil der Provision, sobald ein Kaufvertrag zustande kommt. Handelt der Makler für den Käufer darf ihm das Objekt noch nicht bekannt sein und er darf im Vorwege auch keine Vereinbarungen darüber geschlossen haben.


Warum Sie trotzdem einen Immobilienmakler beauftragen sollten, erfahren Sie in unserem anderen Artikel >Warum man lieber einen Immobilienmakler beauftragen sollte!<


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